Seit 2004 letztes Update 01012026
Titan and Carbon
Nach dem Erfolg der G3-Generation war klar: Die nächste Generation würde der G4 sein. Für mich bedeutete das zunächst Ausharren mit dem Wallstreet. Es war nach wie vor ein grossartiges Gerät, hatte aber nur ein CD-ROM-Laufwerk – DVD war noch kein Thema. Apple bot später ein DVD-Upgrade über eine separate PC-Card an, die ich auch in mein Wallstreet einbaute und die mässig funktionierte. Die Videoleistung war nicht wirklich ausreichend.
Parallel dazu erschienen G3- und später sogar G4-Prozessor-Upgrades, mit denen sich die Leistung nochmals deutlich steigern liess. So konnte ich die Zeit über die Modelle Lombard und Pismo hinweg überbrücken.
Das PowerBook G3 Pismo war objektiv gesehen bereits perfekt: USB, FireWire, DVD-Laufwerk, gute Leistung und ein sehr ausgereiftes Design. Und doch hatte es einen Makel – die bronzefarbene Tastatur. Funktional etwas schwammig, aber tadellos, optisch für mich bis heute schwer erträglich.
Dann kam 2001: Mit dem PowerBook G4 Titanium brachte Apple wohl das schönste PowerBook aller Zeiten auf den Markt. Ich zögerte keine Sekunde und konnte erneut eines der ersten Modelle mit 400 MHz in Empfang nehmen. Das Design war wegweisend – und ist es im Grunde bis heute. Auch fast 25 Jahre später wirkt das Titanium moderner als viele aktuellen PC-Notebooks und der dünne Bildschirmrand immer noch unerreicht.
Technisch bot das G4 alles, was man sich damals wünschen konnte. Ab den 550-MHz-Modellen kamen sogar CD- und DVD-Brenner hinzu. Apple trieb die Serie schliesslich bis auf 1 GHz – ein Schritt, der sich im Nachhinein als zu viel erwies. Das Gehäuse konnte die Abwärme nicht mehr ausreichend abführen, der kleine Lüfter wurde laut und der G4 musste runtertakten.
Es gab zudem zwei grosse Schwachstellen, die dem radikalen Design geschuldet waren. Die Scharniere konnten leicht brechen und waren nicht reparierbar, da sie fest in den Displayrahmen eingeklebt waren. Die zweite Schwäche war der weisse Lack auf dem Carbonrahmen, der sich durch Schweisskontakt mit der Zeit ablösen konnte.
Abgesehen davon ist das Titanium bis heute ein fantastisches Gerät. Es läuft zuverlässig mit Mac OS 9 ebenso wie mit Mac OS X und ist damit ein perfekter Vertreter der Übergangszeit zwischen klassischem Mac-OS und der neuen UNIX-basierten Welt.
Das PowerBook G4 Titanium ist nicht nur ein Notebook – es ist ein Designstatement, das zeigt, wie mutig und visionär Apple zu Beginn der 2000er-Jahre war.